VERENA REMPEL

MIMIKRY-MIMESIS

14.09. - 13.10.2018

Mit freundlicher Unterstützung der

autoprint GmbH

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NICHTS IST, WIE ES SCHEINT! 

 

Optische Täuschung, Ambivalenzen, Tabubrüche – die Kunst von Verena Rempel zeichnet sich durch eine Vieldeutigkeit aus, die durch ein Verwirrspiel mit Inhalt und Form, mit Seh- und Verhaltensgewohnheiten zustande kommt. Wir müssen genau hinsehen, um die Vieldeutigkeit zu erkennen und die unterschiedlichen Bedeutungsschichten entschlüsseln zu können. Verena Rempel setzt Inhalte konträr zu Technik und Material und will so den Betrachter anregen, genau hinzusehen. Die Würzburger Konzeptkünstlerin fügt komplexe Bilder aus einzelnen Versatzstücken zusammen. Dazu bedient sie sich der Technik des  Composings.

 

„Sie definiert ihr Arbeitsmaterial und ihre Farbskala sehr streng und bewegt sich mit größtmöglicher Freiheit und virtueller Brillanz in den selbst gesetzten Grenzen. Sie löst Gewohntes auf und schafft aus den Fragmenten Neues.

Immanent spürbar steckt auch in diesem künstlerischen Konzept das Thema von Gesetzmäßigkeit und unendlicher Freiheit im Rahmen der selbst gesetzten Grenzen. Die thematische Vielschichtigkeit in Verena Rempels Arbeiten ist eine weitere Dimension, die mehr in die gedankliche Tiefe strebt als sich auf der Fläche auszudehnen.“ (Egon A. Stumpf)

(Text von Andrea Günther M.A.)

 

SERIE MIMESIS

Die abstrakte Ornamentik und surrealen Landschaften der Serie „MIMESIS“ (seit 2011) entstehen ausschließlich durch die Kombination fotografischer Aufnahmen der Hände und Finger der Künstlerin in unterschiedlichen Gesten, die monochrom gefärbt, skaliert, potenziert und schließlich digital zu einem neuen Bildkosmos zusammengefügt werden.

Die Arbeiten sind zum einen der Natur nachempfunden z.B. DSCHUNGEL, RIFF. „Damit schafft sie ein Motiv, das durch Fragmentierung und Addition eine Metamorphose vom Körperteil zur Pflanze vollzogen hat und so dem Thema Natur eine ganz neue Facette hinzufügt. Indem die Künstlerin ihre eigenen Hände zur Konstruktion der Motive verwendet, schafft sie - pars pro toto - ein Selbstbildnis und reflektiert gleichzeitig ihr Künstlertum, das ja traditionell mit der

Schöpferhand in Verbindung gebracht wird.“ (Liane Thau M.A.)

 

Andererseits kreiert Verena Rempel geometrisch abstrakte Kompositionen. (CASTOR, POLLUX, SINUS, COSINUS)

Ihre vierteiligen Werke z.B. KASSIOPEIA können variabel gehängt werden; so entwickeln sich aus einem Werk viele verschiedene Möglichkeiten neuer Bildbetrachtung.

 

Aus einem sehr strikten Konzept entwickelt sich so eine ungeahnte Opulenz die den Betrachter erst bei genauem Hinsehen nachhaltig verblüfft.

 

SERIE MIMIKRY

Das Doppeldeutige und Hintergründige ihrer Arbeiten ist kennzeichnend für das Werk von Verena Rempel. „Allen Werken gemeinsam ist, dass sie aus der Nähe etwas anderes offenbaren, als es aus der Entfernung den Anschein hat.

Gerne spielt die Künstlerin mit dem Aspekt des Tarnens und Versteckens.“ (Katharina Winterhalter)

 

Bei Fernbetrachtung verschmelzen die einzelnen Bildkomponenten im Auge miteinander zum Gesamtbild einer Blumenstudie. Aus geringem Abstand wird erkennbar, dass diese aus einzelnen fotografischen Portraits mosaikartig zusammengefügt ist. 

 

Ausgangspunkt ist ein Blumenfoto. Auf dieses legt Rempel nicht das übliche Raster aus kleinen Rechtecken, sondern ein von Hand gezeichnetes, das sich am Pflanzenbild orientiert. Diese Unregelmäßigkeit lässt die Arbeiten aus der Mimikry-Serie malerisch wirken. Von Weitem stellt sich die Frage: Ist das ein Foto oder ist es Malerei?

 

Auch inhaltlich verschränkt die Künstlerin verschiedene Wahrheiten im Bild: Die dargestellten Pflanzen erscheinen zunächst in der Schönheit und Farbigkeit ihrer Blüte, während die Eigenschaften der Pflanzen diesem ersten positiven ästhetischen Empfinden zuwider laufen, da Digitalis, Mohn oder Stechapfel giftig sind.

Ihre todbringende Eigenschaft teilen die Pflanzen mit den auf den Einzelbildern portraitierten Serien- oder Massenmördern.

(Texte von Andrea Günther M.A.)